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Ein Wunschzettel ans Universum

Glauben Sie nicht, dass es einfach wäre, einen Wunschzettel an das Universum zu schreiben.
Seit Tagen schleiche ich in dieser einen Sache umher und bekomme dazu kein einziges Wort durch die Türe meines sonst übersprudelnden Ideenquells der kreativen und auch künstlerischen Schaffenskraft.
Es will einfach nicht funktionieren, und der Funke springt nicht auf das symbolträchtige weiße Blatt Papier über, um es dann in den Flammen meiner Leidenschaft für eine beziehungsweise eben diese eine Sache aufgehen zu lassen.
Zumal ich die Ansage in der Aufgabe bekommen habe, dass das Universum oder vielleicht auch die Universen weder Humor noch Ironie verstehen, und das knockt mich in diesem Punkt total aus.

Immer, wenn ich darüber nachdenke, was ich eigentlich überhaupt will, wie mein neuer, zukünftiger Chef oder die neue Chefin überhaupt sein soll und wie meine hoffentlich bald andere Arbeitsstelle denn gestaltet sein könnte, damit ich glücklich und zufrieden ob dieser zukunftsträchtigen Rahmenbedingung wäre, frage ich mich allen Ernstes, warum dieses Universum für meine Begriffe so vertrocknet ist, dass es tatsächlich einen Stock im Arsch zu haben scheint.
Oder aber ich stelle darüber erstaunt fest, wie schwer es mir fällt, mich so klar wie die Kloßbrühe meiner längst verstorbenen Großmutter auszudrücken, um genau zu formulieren, was ich eigentlich will.

So komme ich tatsächlich zu der Erkenntnis, dass ich das scheinbar gar nicht weiß, dass ich nur irgendwie die Dinge ausklammern kann, die ich nicht will. Und selbst das fällt mir noch verdammt schwer. Wer hätte das gedacht?

Ein bisschen ist das so, wie mit der Rezeptur eines ausgewogenen, gesunden und dennoch nahrhaften sowie gut schmeckenden Gerichtes und natürlich dem dazugehörigen Koch oder der Köchin? Vermutlich.

Viele Rührlöffelträger verderben den Brei und lassen ihn manchmal vielleicht auch ins Maßlose überkochen?
Ein planloser, meinungsschwacher Koch und seine Weiblichkeit, der oder welche die Kunde der eigenen Gemüts-Wetterfahnen nicht kennt und dennoch überstrapaziert, macht die Genießbarkeit des Essens unberechenbar. Es sind halt alles verdorbene Zutaten, wenn man sie unbedacht einsetzt.
Und die Ungeduld ist keine Mutter der Tugend. Sprich: Die Zubereitung eines Mahls benötigt einfach seine Zeit und darf nicht unbedingt wie eine Schindmähre vom Acker weg zu Tode gehetzt werden.
Auch bedeutet Gleich und Gleich nicht automatisch, dass es gut zusammenpasst. So könnte es leicht entweder fad werden oder zur Überwürzung kommen. Je nachdem, wieviel von was verwendet wird.

So oder so ähnlich würde es mir einfallen, wenn es um die Zubereitung meines tagtäglichen Essens ginge beziehungsweise das Kreieren meiner Rezepte dazu.
Allerdings bin ich gar kein Koch und auch kein Laufbursche eines solchen, sondern ein findiger Mediengestalter, der nebengewerblich noch künstlert, als ausgleichende Seelenpflege zum stressigen Alltag.

Also wie hätten wir es denn nun gern, Herr Mediengestalter? Was wäre genehm, damit es in Zukunft funzt mit dem oder vielleicht der Vorgesetzten und den zukünftigen Arbeitskollegen und dessen Weiblichkeiten?

  • Nun, ich bin für eine klare Linie und eine direkte Kommunikation, die alle daran Beteiligten unmittelbar miteinschließt. An allen Fronten. Es ist immer besser, den Sender und den Empfänger auf dem kurzen Weg zu bedienen, ohne sich über Zwischenstationen in stiller Post zu üben.
  • Ich bin für straighte Entscheidungen, die nicht morgen wieder anders aussehen können und aufgrund derer es zu ineffektiver Mehrarbeit kommt.
  • Ich bin auch für mehr Transparenz im Entstehungsprozess eines Projektes, damit sich niemand wie ein Lemming fühlen muss, vor allem nicht diejenigen darunter, die bei der Arbeit eben doch den eigenen Kopf einschalten und mitdenken.
  • Ich vertrete die wohlmeinende Wertschätzung füreinander, auch wenn man mal verschiedener Meinung ist und dabei hart am Wind diskutiert.
  • Und ich mag auch eine gewisse hierarchische Struktur. Für mich muss immer einer den Hut aufhaben, sonst wird’s schwierig. Wobei mir dabei trotzdem der für mich nötige Freiraum wichtig wäre, um den kreativen Aktivisten in mir auch ausleben zu können, der die abwechslungsreichen Tätigkeiten seines Berufes spannend findet.
  • Und noch etwas: Jeder sollte mit seinen Fähigkeiten wahrgenommen und gefördert werden. Immer und zu jeder Zeit. Die Schwächen eines Menschen sind keine Schwächen an sich, sondern nur Eigenheiten, die während der Art und Weise der Verwendung seiner Arbeitskraft nicht genügend wohlwollend bedacht werden. Ich meine hier den artfremden, zweckentfremden Einsatz eines Mitarbeiters, entgegen seiner eigentlichen Begabungen und Fähigkeiten und persönlichen Vorlieben.
  • Übrigens: Fehler sind auch dazu da, um sie für sich selbst einzugestehen und diese nicht auf andere, zum Beispiel Untergebene beziehungsweise schwächer Positionierte, abzuwälzen.
  • Es darf durchaus auch mal gelobt werden zwischendrin.

Und siehe da: Es sind doch einige Punkte auf meiner Liste zusammengekommen. Das jedenfalls wäre schön, wenn es andernorts für mich so funktionieren könnte. War doch gar nicht so schwer, oder?

Und was mache ich jetzt mit dieser Wunschliste?

Ah, ich weiß schon was, … aber das wird hier noch nicht verraten.

© CRSK, Le, 07/2022

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