Ermahnung

Ja, mein lieber Dodo,

arbeite. Arbeite dich an dir selbst und der Zeit ab, die du jetzt hast, damit du nicht gar zu sehr mit dir alleine bist und noch mehr Konstrukte deiner Gedankenwelt baust und hegst und pflegst, weil sie eben schon immer in deinem Kopf dagewesen sind.
Du kommst mir so ein bisserl wie der Muli vor, der sich selbst wund reibt, weil er sich selbst nicht zu traut, dass er mit anderen Herzensmenschen und seinem Leben, was daraus entstehen mag, glücklich sein darf?
Kann das sein?
Du bist dieser Tage ganz schön übertourig unterwegs und verlierst dich im Netz deiner Gedanken, und das tut dir und mir selbst auch nicht so gut, glaube ich.
Zermartere dir nicht so viel den Kopf darüber, warum etwas eventuell sein kann oder eben auch mal nicht sein kann, sondern nimm es so hin, wie es eben dann kommen mag. Du kannst es sowieso nicht ändern. Egal ob nun die Jobzusage dorten oder dorten klappt oder eben nicht.
Freu dich doch darüber, dass sie dich sehr mag und es dir auch zeigt. Das ist etwas sehr Positives, finde ich.
Geh bitte hinaus aus dieser passiven Ich-warte-auf-alles-Position und erledige die Dinge, die jetzt eben anstehen. Du hast es gar nicht nötig, dich im ganz persönlichen Wenn-und-aber-falls-es-dann-doch-nicht zu verlieren.
Glaub mir, ich weiß, wovon ich da rede. Denn diese Irgendwo-hinein-Drehereien kenne ich von dir zu genüge aus unserer Vergangenheit.
Ich habe dir dazu auch mal wieder ein Gedicht geschrieben.

Also, nix für Ungut mein Lieber:
Dein Charleston

Mein Herzpirat

juchtelt meine Emotionskurven rauf und runter –
kitzelt mal mit Schmetterlingsflügeln meine Neese
und fährt dabei Achterbahn in meinem Gedärm,
oder er geröllt ein anderes Mal mit lauter
Wackersteinen in meiner Magengrube herum
Also Vorsicht, wenn er auf Sendung geht
und mich im Sturm erobert,
um dann mit Links- oder Rechtstritt
aus der Reihe zu tanzen und
mich dann mit meinen Konstrukten
aus Gedanken alleine zu lassen,
das er in meinem Gehirn
wach gerüttelt hat,
weil sie schon immer
dagewesen sind
Dann hat er
die Hosen
an Mann
und lässt mich
mit viel zu viel
Zeit allein
zurück

 

© CRK, LE, 07/2020

Gute Nacht

Es pumpt die Herzmaschine in einem fort
Hallo, ich bin wach und auch noch da,
sagt sie mir im vorwurfsvollen Tone und
fährt die Nadeln inmitten
ihres eigenen Fleisches,
um daraus meiner Sehnsucht
eine Gutenachtgeschichte zu stricken,
die natürlich gut ausgeht und
mit Heimat im Herzen
meiner selbst oder
einer anderen endet

Sei still du dummes Ding,
ist noch nicht aller Tage Abend,
sage ich ihm desderwegen,
du wirst es sehen
und schließe meine Lider …

© CRK, Le, 07/2020

Zugesprochener Mut

Mein lieber Dodo,

jetzt geht es besser.
Denn ich habe meine Spezialmischung aus 2 Teelöffeln Malzkaffee + 1 Teelöffel echtem Kakao + 1 Teelöffel Espresso (aber nicht den für die Maschine) + 1 halben Teelöffel echten Imkerhonig) intus. Dieses Gebräu erweckt Scheintote – wie ich heute Morgen einer bin – zum Leben.
Ja, ich weiß die Hiobsbotschaften von gestern haben dich aus der Bahn geworfen und im Moment habe ich noch damit zu tun, dich wieder zurück in die Spur zu bringen. Denn wir haben dieser Tage wichtige Termine, die wir wahrnehmen müssen.

Was soll ich dir schreiben?
Bordolino hat sich heute Morgen bei mir gemeldet. Er ist – im Gegensatz zu mir selbst – hellwach gewesen und hat mir Glühwürmchen in meinen linken Gehörgang geblasen, die mir nun in den Gehirnwindungen herumwuseln und mich mit dem verlockenden Leben necken. Sie verirren sich sogar über die Halsschlagader bis hin zu meinem Herzen und flüsterten ihm folgendes Gedicht ein, das ich natürlich flugs für dich niedergeschrieben habe, um dir ein bisschen Mut zu zubereiten und zu kredenzen.
Lass den Kopf bitte nicht hängen! Wir schaffen das schon.

Es grüßt dich herzlichst
Dein Charleston

In einem Zug

Reißverschlussnarben sind mein Eigen,
sagte das Leben zu mir, als meine Gefühle
aus ihnen herausbluteten und mich besudelten
Menschen und dessen Ereignisse
reißen sie auf und puhlen darin herum,
bis ich erschöpft, satt und
vielleicht auch geläutert bin,
um diese gestrigen Verletzungen
mit ihrem Reißverschlüssen in einem Zug
wieder zu verschließen

 

© CRK, BS, 07/2020

Hiob und seine Botschaft

Mein lieber Charleston,

heute erhielt ich vom Herrn Hiob eine Botschaft. Eine? Nein! Gleich zwei Todesnachrichten an einem Tag. Und ich schrieb zwei Gedichte darüber. Ich bin erschüttert.
Die letzte der beiden Nachrichten allerdings trifft mich noch schwerer als die erste, weil sie mich an mein eigenes Schmetterlingswürmchen in Form einen abgegangenen Miniembryo erinnert, vielleicht gerade einmal in der sechsten Woche, oder so. Keine Ahnung.
Dieser hing noch an einem Stückchen Mutterschleim, als ich sie damals mit meinem versoffenen, ich glaube, zwanzigjährigen Hirn in der Toilettenschüssel des Kinderheimes vorgefunden hatte, in dem ich damals mein Praktikum absolviert habe.
Naja, jedenfalls nach Jahren des nicht oder nur vage Erahnens dieser Begebenheit schreibe ich nun heute diese Zeilen. Ich verstehe mich selbst nicht. Wie konnte ich das nur so erfolgreich von mir wegdrängen und in meiner Vergessenheit vergraben?

Das folgende Gedicht ist nicht nur dem ungeborenen Wurm der Freundin meiner weltbesten Freundin gewidmet, sondern auch meinem eigenem Schmetterling, für den ich damals nicht mal einen Namen gehabt habe …

Es grüßt dich sehr nachdenklich
Dein Dodo

Hiob und seine Botschaft

Flieg kleiner Schmetterling!
Mitten in die Handfläche deiner Mutter
und hinauf zu den anderen Sternen
dieser geschundenen Erdenwelt
Denn größer wirst du leider nie werden,
um als Heim die Herzen deiner
dir Zugeneigten zu beziehen
Auch wenn sie dich nie
werden Lachen und Weinen hören
und dir niemals beim Spielen
zuschauen können –
außer sie stellen es sich
bei geschlossenen
Augenlidern vor –
haben sie dir längst
einen Namen
in die Wiege
gelegt

 

Flieg kleiner Schmetterling!
Dein Kokon ist leider
viel zu früh zerrissen
und hat dich ausgekotzt
in diese unbarmherzige
Welt hinein

 

Ich hoffe, sie schenken dir
oder vielmehr den dir Zugeneigten
einen Ort, an dem sie um dich
und dein noch nicht gelebtes Leben
wehklagen dürfen

 

Denn es drückt sie sehr

 

© CRK, BS, 07/2020

Verabredungen sollte man nie verschieben

Wlan ins Paradies

denn man weiß nie, was einem noch so alles passieren könnte, und der Gevatter Tod hat einen ganz ureigenen Zeitpunkt.

Vorerst

Wo hat es dich
hinverfangen,
da du nicht mehr
im Hier und Jetzt
verweilst?

Dein Gesicht wartet
vor meinem Lidschleier
Ganz zerknittert
sieht es aus, und eingerahmt
im Grau deiner Haare
strahlt es mich sonnig an

Ich erahne
deine Gelebtheit
und bin traurig
dir nicht allzu bald
entgegen gehen
zu können,

weil mich mein Leben
gerade erst eingefangen
und in meinem Hier und
Jetzt festgepinnt hat

Mein Willensglück sei Dank,
muss ich erst noch
mich selbst leben
und erleben,

bevor ich als
pure Energie
hinüber
wechseln
darf

Kusshände
schicke ich dir
und sage
vorerst
Ade

In Sym
pathie

Der
Charlie

© CRK, BS, 07/2020

Über das Müssen, sich erklären zu müssen

Mein lieber Charleston,

ich frage mich, warum wir uns gegenüber anderen Menschen erklären (müssen?), wenn sie etwas oder vielmehr uns und unser Handeln nicht verstehen (wollen?). Denn ich spüre, genauso wie du und alle anderen in uns, dass das etwas mit mir und dir und den anderen in uns macht. Eher etwas Negatives, glaube ich, und das macht uns müde …
Müde des Müssens(?). Müde des Gefühls, dass etwas mit uns nicht stimmt, weil wir mal wieder anders sind als andere. Anders denken. Anders fühlen. Anders handeln. Und wir finden alle miteinander, dass dieses Anderssein manchmal ganz schön anstrengend sein kann, weil es mich und dich und die anderen auf Dauer zermürbt, wenn wir uns selbst (noch) nicht mit der dafür nötigen Liebe und Akzeptanz begegnen (wollen?) oder vielmehr können. Denn wie soll uns das jeweilige Gegenüber verständnisvoll entgegen kommen, wenn wir das selbst auch nicht gut können?
Das ist auf Dauer sehr anstrengend, ich weiß, mein Lieber.

Also können wir dieses Müssen nur ablegen, wenn wir uns selbst besser verstehen und damit auch versöhnlicher mit uns selbst umgehen? Das kann uns den Rechtfertigungsdruck mindern, meinst du das? Und alles liegt mir und den anderen dann schlüssig zu Füßen, so dass alle es verstehen? Muss das denn immer so sein?

Mir schwirrt der Kopf.
Klar möchte ich verstanden werden. Aber mich selbst erklären, mag ich nicht sonderlich. Das drückt mich mit dem Rücken an die nackte Wand einer Einbahnstraße, weil ich dann sehr oft wortlos bin und nur noch in Bildern fühlen kann.
Verstehst du?
Ich möchte mich nicht mehr erklären (müssen). Ich möchte einfach nur noch so sein, wie ich nun einmal bin und danach handeln dürfen. Einfach etwas machen, ohne großartige Erklärungen.
Warum fällt mir das gelegentlich nur so schwer?
Und warum nervt es mich, wenn meine weltbeste Freundin mal wieder etwas nicht versteht und dieses etwas (oder gar mich selbst?) kritisch hinterfragt, weil sie mich vielleicht vor etwas – in ihren Augen – Unangenehmen schützen mag?
Jedenfalls bekomme ich in diesen Fällen ganz schnell das Gefühl, dass sie mich genau gegen diese Wand drückt, mich sprachlos macht, … und das führt mir meine Hilflosigkeit vor Augen und dann wiederum werde ich ungeduldig. Mit mir selbst, mit ihr, aber auf mit anderen Menschen. Ungeduldig, aber auch wütend auf alles, was mir daraufhin verquer im Gedärm sitzt.

Das ist doch doof, oder?

Es grüßt etwas ratlos
dein Dodo

© CRK, BS, 07/2020

Mit Vierundfürzisch fängt das Leben an

Mit 44 Jahren da fängt das Leben an

Mein lieber Dodo,

„Moin, moin. Na, gut geschlafen?“
„Jup! … das habe ich mitbekommen, dass du beziehungsweise wir beide jetzt vierundfürzisch Lenze zählen. … Klar, du siehst dich dennoch eher als Dreiunddreißigjährigen und willst auf immer und ewig so alt bleiben. Ich dagegen trage die Erfahrung deines ungelebten Tagträumers mit mir herum, der sich alt anfühlt.“
„Ach …, was du nicht sagst! … Alter schützt vor Torheit nicht. Ich weiß.“

„Genau! Man(n) wird nur einmal Vierundfürzisch, und wir sind dabei ganz? Na, was ganz? Ganz Mann oder eher Frau Gans oder vielleicht gar Ganter Ganz und ganz Gans in einem?“
[Lacht laut auf.]
„Nein, natürlich bist du NICHT die dumme Gans und auch nicht der giftige Ganter, der seine Galle über seine Gänsefamilie (er)geifert.“

„Wie meinen?“ …
„Du bist der kleine Froschkönig, den uns unsere Frau Freundin mit der Post geschickt hat und den du an einer Kette um deinen Hals trägst?“
„Hm … Dir ist aber schon klar, dass dich dann unsere Auserwählte jeder Zeit am Schlafittchen greifen kann und dich in der Hoffnung, dann vor einem Märchenprinzen zu stehen, gegen die Wand schleudern kann?“
„Und möchtest du denn ein Märchenprinz mit Schleudertrauma sein, der nicht weiß, ob er seiner Rolle, die man ihm mit Bestimmtheit übergestülpt hat, gerecht werden kann und will? Sicherlich nicht, nehme ich mal an.“
[Lacht erneut laut auf.]
„Aber soll ich dir mal was verraten? Frau Freundin mag gar keine Märchenprinzen, die auf weißen Rössern daher geritten kommen. Denn Prinzen, die aus Phantasiewelten – wie deinem Dodolonthium – entspringen, sind nicht alltagstauglich, haben keine Fehler, begehen auch keine, sind perfekt und machen sich nicht dreckig. Denn sie sind Ideale. Und Idealen kann man sich nur – bis in die Unendlichkeit hinein – annähern, sie aber nie treffen und sie auch nicht wirklich lieben. Und du willst doch unbedingt liebgehabt werden, oder?“

„Siehst du. … Frau Freundin hat dir den Anhänger also bestimmt nicht geschenkt, weil sie dich als den Prinzen aus ihrer oder vielmehr deiner Mähr sehen will. Nein, sie mag dich und mich genauso zerknittert, wie es ihr eingepacktes Geburtstagsgeschenk gewesen ist. Imperfekt und authentisch. Mehr ist dazu nicht zu sagen, glaube ich.“
„Und genau deshalb hat sie mir auch neulich nahe gelegt, dass ich mich endlich unserer Familie anvertraue und ihnen sage, was mit mir und dir los ist.“
„Klar ist dabei genau das eingetreten, was ich schon im Voraus geahnt hatte. Unsere Familie findet es teilweise zwar mutig, das ich mit ihnen darüber gesprochen habe und ich mich auf unser beider Weg gemacht habe. Aber sie sehen uns eben gänzlich als Gans und nicht als Ganter, und wir bleiben – nach ihrer aktuellen Aussage – auf immer und ewig ihre Tochter, ihre Nichte oder eben ihre Cousine. Was soll man da schon machen? Einen alten Hut kann man auch nicht einfach so umkrempeln und dann davon ausgehen, dass er sich dabei schon wohlfühlen wird.“

„Ja, da hast du allerdings Recht. Das alles braucht viel Geduld und wohl auch Zeit, die ich ihnen lassen muss.“
„Stimmt, wir beide haben einen großen Vorsprung gegenüber unserer Familie, schließlich beschäftigen wir uns mit unserem nonbinären Transdasein schon einiges an Zeit, wenn auch viele Jahre mehr unterbewusst als wirklich bewusst. Nur Geduld ist natürlich nicht gerade mein zweiter Vorname, das weißt du doch genauso gut wie ich. Schließlich stecken wir beide in derselben Haut und sind ein und dieselbe Person.“
„Gewiss …, Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Und den sollten wir in all unserer Komplexität nicht verlieren.“
[Lacht noch einmal sehr laut auf.]
„Genau. … Tragen wir erst einmal ein ordentlich gestutztes Dreitagebartgesicht mit uns herum und haben keine weibliche Brust mehr, haben wir ein ganz anderes Ständig in uns und zu uns selbst und sind dann mehr denn je wir selbst. Dann wird man uns wohl auch eher als das ansehen müssen, was wir nun einmal sind. Das hoffe ich jedenfalls. „
„Nein, gesagt habe ich ihnen das so direkt nicht, aber gedacht habe ich es mir und gewünscht, als ich meine kleine Geburtstagsansprache gehalten und versucht habe, mich ihnen zu erklären.“
„Aber wie soll ich meinem über Achtzig jährigen Onkel auch vernünftig erläutern, dass ich eben noch nie sein Mädchen gewesen bin, ohne ihn vor den Kopf zu stoßen, wenn ich ihm nicht in seinem Glauben belasse? Ich lächele dann einfach etwas hilflos vor mich hin, schäkere mit ihm herum, umarme ihn und habe ihn so lieb, wie er nun einmal ist.“

So ist das gestern alles gelaufen. Tja … ein langer Weg bis hin zur Akzeptanz. Die Zeit wird es schon richten und uns vermutlich auch zeigen, wohin uns unser Weg noch führt. Ich hoffe es jedenfalls …
Das soweit mal von mir, mein lieber Dodo.

Es grüßt dich ganz herzlichst
der Charlie

© CRK, BS, 07/2020

Ich kann nicht kochen – Teil 1

Ich kann nicht kochen

Wissen sie, ich habe das nie gelernt. Kochen, meine ich. Und schon gar nicht nach irgendeinem Rezept. Aber seit einiger Zeit lasse ich mich davon nicht abhalten, sondern zaubere mir mein Mittagessen selbst, anstatt zum Asiaten oder sonstwohin zu gehen.
Und die Mensa des BFW zu Leipzig  ist für mich ja nun seit Mitte Januar passé. Gottseidank. Sie, also ihr reichhaltiges, aber nicht gerade figurfreundliches Essen und natürlich auch meine Stressesserei über die vergangenen 3,5 Jahre haben mich auf insgesamt 106 kg gebracht. Wobei ich mein Gewicht dieser Tage schon wieder auf 88,5 kg reduziert habe.  Noch einmal Gottseidank. ^^ Ich fühlte mich ja schon längst wie eine sehr ausladende Tonne. Aber gut. Lassen wir das, ich schweife ab.

Ich koche also mittlerweile selbst, wenn auch manchmal abenteuerlich, aber doch ganz passabel. Sagte man mir jedenfalls schon öfters. Und heute habe ich in den Kühlschrank geschaut, was denn noch vorhanden ist und unbedingt weg muss und natürlich auch in den Vorratsschrank.

  • Das Fazit ist ein volle Auflaufform mit :
  • Süßkartoffel
  • Möhren
  • Lauchzwiebeln
  • Mais
  • Waldpilzen
  • einer Dose gehackten Tomaten
  • und Käse obendrauf und mittendrin
  • an Gewürzen dann noch:
  • bunten Pfeffer, Meersalz aus der Mühle,
  • Rosmarin, Kräuter der Provénce, Knoblauch,
  • einen Schuss Sojasauce und dunklen Balsamico …

Ich hoffe, dass es mir gleich munden wird, und ich es morgen mitnehmen kann. Denn wir feiern am Samstag meinen 44. Geburtstag. Das ist doch schön. ^^

Übrigens, bis auf den Käse ist da kein Fett drin. Also ganz für die schlanke Linie. 😉

P.S. Praktisch frage ich mich aber, warum Süßkartoffeln von der Garzeit im Backofen, in kleinen Stücken in Alufolie eingewickelt, eine deutlich kürzere Zeit beanspruchen, als so wie heute in der Auflaufform. Nun gut, die Möhren haben jetzt ewig gebraucht. Aber selbst nach 30 Min war die Süßkartoffel noch nicht so weit wie gestern in der eingewickelten Alufolie. Warum ist das so?

 

 

Struktur für den Tag

Wolf in Heaven

Mein lieber Dodo,

da platzt mir doch alldieweil der Kragen, wenn du auch weiterhin meine alten Knöpfe, die ich wie abgeschnittene Zöpfe auf den Zwirn unserer Geschichte aufgereiht hatte, mit dir herumträgst, anstatt diese entweder zu neuen Mosaikbildern zu verarbeiten oder aber zu entsorgen.
Verstehst du?
Seit Wochen arbeite ich Stunde um Stunde auf deine und meine Zukunft hin, und du stehst stundenlang mit diesen Knopfzöpfen in beiden Händen unter der Dusche und lässt dich wie eine ausgedörrte Pflanze berieseln, weil du dich seit Tagen das erste Mal wieder um deine Erscheinung kümmerst.
Nein, du musst heute (noch) nicht in die Welt hinaus. Nein, Nein. Aber der Tag ist ein anderer, wenn du dich ein wenig um dich selbst bemühst und pflegst und auch liebhast. Außerdem geschniegelt und gewürgelt bekommt unser Dasein doch gleich viel mehr Struktur und Sinn.
Meinst du nicht auch?
Und immer nur Herumschlumpfen, auch wenn wir fleißig bei der Arbeit sind und viel zu wenig schlafen, ist eine Sackgasse, die dich und mich irgendwann vom erschöpften Sein ermüdet, bis wir endgültig wie ein nasser Klassenzimmertafelschwamm zwischen all den Staubflusen auf dem Laminat herumliegen und für eine Weile nimmer mehr wie ein rosaroter Luftballon in den Himmel aufsteigen können.
Willst du das?
Siehst du. Ich auch nicht. Denn das kennen wir schon.
Schmeiß die Zöpfe endlich fort und klebe Knopf an Knopf aller deiner Knopfsammlungen zu deinem Weltbild zusammen, damit du endlich Ruhe hast und deine Vorstellungen an den Nagel hängen kannst, der die nackten Wände unserer Zellen schmückt.
Dann lebt es sich leichter, glaub mir. Ich habe das alle schon durch. Ala: Machen, und nicht nur sich vorstellen und träumen.
Und weil es mir auch um unser Wohlfühlen geht, sagst du jetzt den Staubflusen auf dem Laminat deinen Kampf an. Verstanden?
Nein, nicht morgen! Denn morgen, morgen, sagen alle faulen Leute.
Also los jetzt! Abmarsch! Und keine Wiederrede, bitte. …

Es grüßt herzlichst
Dein Charleston

© CRK, LE, 07/2020

ein weiteres outing

Er-Sie-Es. Mein Symbol für mein Transdasein

ich glaube, ich bin jetzt soweit. ich werde nächste woche, mich offiziell bei meiner gesamten familie outen. als nonbinärer trans“mann“. ich werde meinen vornamen -> DER charlie einführen, und dass ich ab dann als er angesprochen werden möchte. und ich habe mir selbst ein shirt kreiert und rucken lassen, wass zu diesem thema passt:

design er-sie-es – wer nicht fragt, bleibt dumm

das werde ich zu meinem geb.tag nächste woche tragen. ich finde, mit 44 jahren sollte ich endlich anfangen, diesen weg auch wirklich anzugehen. ich möchte nimmer warten, weil es beschäftigt mich doch sehr, und immer und überall schimmert das hindurch. ständig. ich merk das schon gar nimmer, aber meine beste freundin machte mir das heute sehr deutlich.

sonst werde ich nie zu mir selbst gehören, geschweige denn irgendwann das gefühl haben, überhaupt irgendwohin zu gehören.

wir hatten heute das thema, und ich habe wie ein schlosshund geheult. hier an meinem rechner sitzend. und ganz nebenbei lief auf meiner playlist gerade

 .

das hat mir den rest gegeben. echt ….

ich ahne zwar, dass das nächste woche einen mordstrouble geben wird. aber ich will mich nimmer meiner familie zuliebe verbiegen. geht nicht. und ich kann sie davor auch nimmer schützen, aus rücksicht.

ich komme sonst hier auf keinen grünen zweig, und werde immer mit mir uneins sein.

so.

also es grüßt
DER charlie

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