Das Wunschtablett

Ich wünsche mir ein Tablett, dass mir meine Wünsche erfüllt? Ala ein Geist der Lampe, der in diesem Falle in einem Tablett wohnt? Eben meinem Wunschtablett?
Oder ist es vielmehr der Gedanke daran, in einem Gegenstand all den Positivismus zu bündeln, den ich mir auch für meine Schattentage wünsche, wenn ich mal wieder nicht erkennen kann, ob das Licht am Ende meines Tunnelblickes das des neuen Tages ist oder das einer heranbrausenden Lokomotive, vor der ich mich schleunigst selbst retten sollte.

Logisch ist es das Letztere, was mich zu diesem sehr energetischen Projekt bewegt hat, dass ich, geleitet von meiner Intuition, während der Zeit der Rauhnächte im Übergang vom Jahr 2021 hin zum neuen Jahr 2022 angesiedelt habe, um eben endlich für mich ein Ritual zu finden, dass mich darin bestärkt, was ich im letzten Jahr alles Gutes erfahren und für mich gelernt habe.

In dieses Ritual mit hineingeflossen sind:

Eine Collage aus verschiedenen Papieren als Hintergrund, als Grundierung des Innenlebens des ansonsten edelstahlhaltigen Tabletts mit glänzender Oberfläche. Es sind verschiedene, mir wichtige Zitate und Sprüche aus meinem letztjährigen Aufmerksamkeitskalender, eine wunderschöne Landschaftsaufnahme aus einem alten Fotokalender, das Foto lauter umhäkelter Bäume im Herbst, die Teile einer Wichtel-Weihnachtsserviette und noch viel Tapetenkleister als symbolischer Meeressand verwendet worden.
Auf diesem symbolischen Meeresgrund, der für mich die Basis von allem Weiteren bedeutet, habe ich meine verbrannten Wünsche der vergangenen Rauhnächte gebettet und darin die ersten großen Schätze des Meeres aus meinen vergangenen Kindertagen gelegt.
So erfolgte hier die erste Schicht an bläulich gefärbtem Epoxidharz. Wie Meerwasser eben so ist, changierte es in verschiedenen Farbtönen …

Spätestens ab diesem Schritt spürte ich sehr, sehr deutlich, wie energiegeladen dieses Projekt doch ist und wie es mich anstrengt und fordert.

Meine Intuition leitete mich und ließ mich weitere Versteinerungen aus meinen Tagen als Kind aus der Sammlung heraussuchen und sie wie ein lichtes Mosaik oder auch Puzzle auf das inzwischen verhärtete Harz platzieren, und es erfolgte eine weitere Gussschicht aus Epoxidharz. Dieses Mal mit einem Touch an Weiß.
Jeder dieser Steine stand in meinen Augen für einen der vielen geträumten Wünsche aus meiner Kindheit und meinem jungen Erwachsenendasein.

Wünsche, die nie gelebt wurden, können einen irgendwann zur Last werden. Man kann sie aber auch ganz anders betrachten. Nämlich als die goldenen Flocken dessen, was man Chancen nennt, für die Dinge, die wir in der Hand haben, um sie zu ändern.
Es folgte also für mich der nächste Schritt der Energiearbeit, und es floss ein bisschen Blattgold in mein Wunschtablett hinein. Gefolgt von Kleinoden aus meiner langen und lehrreichen Klinikzeit im letzten Jahr. Dinge, die mir sehr viel bedeuten. Und der kleine Wunschengel, den ich dieses Jahr zu Weihnachten geschenkt bekommen habe. Der auch …

Der für mich bis jetzt, vom noch nicht ganz abgeschlossenen Projekt, schwierigste Schritt, war allerdings einige meiner alten Metallplättchen und Schräubchen, die ich während der bimaxillären Kieferumstellung vor über 10 Jahren eingesetzt bekommen hatte, mit in das Wunschtablett hineinzuzugeben. Aus bedeutungsschwangeren Gründen ließ mich meine Intuition dieses tun.
Und dann erfolgte noch einmal eine zukünftig vorvorletzte Lage an Epoxidharz. Mit einigen unvermengten Tropfen an gelber und orangener Farbe … Denn das Meer, vor allem das Seelenmeer ist ja bekanntlich nie wirklich blau, genauso wenig wie die Wolken am Himmel einfach nur weiß sind.

Das ist der bisherige Stand der Dinge. Jetzt wird das Harz das ganze Wochenende aushärten bevor die letzten beiden Gießschichten erfolgen werden.

Bis dahin erst einmal …

Veröffentlicht von

www.alleskuehn.de

Ein Tausendsassa. Künstler. Mediengestalter. Lebenspraktischer Optimist. Lebt in Leipzig. Nichtbinärer Trans*Mensch. Bunt. Links.

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