Hilfe! Wenn sie losgelassen …

Schlambello leckte sich seine spröden Lippen. Niemand hatte ihm mitgeteilt, dass er etwas gegen den Rattenschwanz in seinem Kopf tun sollte. Denn dieser roch und schmeckte nach Eisen und lockte die Blutdörsten aus den Verstecken seiner hinterwinkligen Gedankengänge, so dass sie derartig entfesselt ihr Unwesen in den wilden Landen seiner Abgründe treiben konnten.
Noch nicht einmal Schlambello selbst interessierte sich für seine eigenen blutroten Gedankenperlen. Denn auch er gierte, so wie alle anderen Delinquenten, die von den Blutdörsten angeschmiert worden waren, nach den ungezählten Großstadtyachten inmitten der Betonwüsten dieser Welt.
Schon von weiten erspähte Schlambello ihre blütenweißen Segel, die wie die Unschuldswesten der Blutdörsten wirkten und ersehnte sich eins dieser schweren Leinentuche, um sich selbst damit zu demaskieren.
Denn seine ihm anvertraute Blindschleiche, die er sich einzuverleiben suchte, würde ausflippen, wenn er ihr mit dem Brausepulver der mannigfaltigen Wahrheiten die Spitze ihrer gespaltenen Zunge würzen würde, damit sie aus seiner Sammlung an Weltsichten und Wetterfahnen rezitieren und predigen konnte.
So allerdings blieb es bei einer halbherzigen Ermahnung von den Pol-Enden-Affen, die allesamt der Einheit wegen ein C am Revers trugen.
„Säggsisch geht jedenfalls anders!“, skandierte dagegen der Kreis und reckte seine runden Feuermale gen Himmel.

© CRK, Le, 11/2020

Reizworte:

  • Segelyacht
  • blutrot
  • Perlen
  • Leinen
  • Betonwüste
  • ausgeflippt
  • Brausepulver
  • Sammlung

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