Verkatert

Charlestons Lollophant saß auf dem heißen Blechdach seines Seelenhauses und fächelte sich mit seinem langen Rüssel ein laues Lüftchen zu. Er dünstete bunte Glasperlen aus seinen groben Hautporen aus. Diese sammelten sich in seinen zahlreichen Hautfalten und rannen wie Tränen in vielen Rinnsalen über seinen beleibten Körper. So rinnsalten sie auch hinter seinen großen Segelohren hervor, bevor sie um ihn herum viele kleine Pfützen auf dem Blechdach bildeten und dort zum Elixier seiner Gefühlswelt zerschmolzen, um schließlich in der Resthitze des vergangenen Tagesgefechtes zu verdampfen und von Lollophants langem Rüssel wieder inhaliert zu werden.
Charleston war erschöpft und fühlte sich emotionsverkatert. Es war weit nach Mitternacht gewesen, als sich Riddikly zu ihm und seinem Phantentier auf das heiße Blechdach gesetzt hatte, um ihnen ihre Sterne zu zeigen und dem Lollophanten in Charleston eine Sternschnuppe zu schenken.
Sie legte ihren kühlen Arm um die Schultern ihres Freundes und schwieg sich mit ihm zusammen durch diese Hundsnacht …

© CRK, Le, 08/2020

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