Der Tag des Mittagsschlafes

Blick ins Himmelsfeld

Mein Körper glüht, wandelt all die gestrig getankte Lichtenergie in Wärme um und leuchtet dabei von innen heraus. Er leidet teilweise unter einem deftigen Sonnenbrand, der mich heute Nacht auch gegen 3:20 Uhr aus meinem Hochbette vertrieben hat. Ein Glühwürmchen ist gar nichts dagegen. Ich habe schon ein lauwarmes Fußbad und kühle Beinwickel unternommen und die verglühte Haut mehrfach mit meiner Bodymilk gecremt. Doch mein Zustand bessert sich nur marginal. Im Moment sitze ich nur sehr, sehr leicht bekleidet an meinem Schreibtisch und verdaue meinen heutigen Mittagschlaf.
À la: die Mittagsruhe und ich? Bin ich etwa krank? Denn bekanntlich schlafe ich über Tag nie … und falls doch einmal solch ein Ausnahmezustand eintreten sollte, bin ich danach unausstehlich, und kann den restlichen Tag in der Tonne entsorgen.
Doch ich bin nicht mies gelaunt. Das Gegenteil ist der Fall. Ich sitze in meinem Bürosessel, habe eine alte Decke über den Sessel gelegt, damit ich nicht so sehr auf seinem Kunstleder schwitze, lächle in mich hinein, denke über dieses und jenes nach und chille vor mich hin. Also wirklich, wirklich … völlig entspannt bin.
Es treibt mich auch nicht in die Erklärungsnöte, dass ich gestern trotz meinem sonst ausgeprägten zwiespältigem Diversity-Gefühl zur Nacktheit und optisch unförmigen Weiblichkeit meines eigenen Körpers mit meiner Gastgeberin FKK-Baden gewesen bin und mich zwanglos den anderen Badegästen und vor allem mich so ungeniert meiner Gastgeberin gezeigt habe. Und ich habe mich dabei gar nicht beglotzt gefühlt, sondern von ihr sehr wertgeschätzt. Die anderen Badegäste an dem Weiher waren mir dabei, ehrlichgesagt, schnurzpiepegal. Ich hatte sowieso nur Augen für C. und ihre charismatische Ausstrahlung, die mich magisch angezogen und mir Schmetterlinge im Gedärm bereitet hat. Klar hatte ich meinen sonst gewohnten Schwimmanzug mit dabei, der meine ausgeprägten Rundungen etwas flacher gemacht und mich flirttechnisch eher neutral gestaltet hätte. Aber es ist viel, viel zu warm für diesen gewesen, und ich wäre in dem enganliegenden neoprenähnlichen Schwarz gestorben. Echt …
So habe ich eine für mich neue und positive Körpererfahrung gemacht. Seit Jahrzehnten die erste … Ich habe einen ersten und zarten Kontakt zu meiner Weiblichkeit hergestellt und festgestellt, dass das auch ganz nett sein kann und dass ich mich definitiv nicht für meine Rundungen schämen brauche, auch wenn ich mich gestern immer mal wieder etwas unsicher gefühlt habe.
Dennoch ist da auch das Sächlich/Männliche in mir zu spüren gewesen, und ich habe mir vorgestellt, wie es wäre, wenn ich keine weibliche Brust hätte, noch etwas weniger Gewicht gehabt hätte und einen gepflegten Drei-Tage-Bart im Gesicht. Das hat mir sehr gefallen und mich auch deutlich sicherer werden lassen. C. gegenüber und der restlichen Außenwelt.
Mir das Hirn darüber zermartert habe ich allerdings nicht, und werde ich auch nicht. Ich möchte diese interessante Erfahrung mit ihr weiter vertiefen, wenn sie mich denn lässt und das mit mir so auch möchte. Denn nur so kann ich ein ungefähres Gespür für meinen Körper bekommen, einen kleinen Draht zu ihm. Dabei geht’s mir gar nicht um irgendwelche sexuellen Erfahrungen. Nein, aber eben auch um zwischenmenschliche Nähe und Zärtlichkeit. Das tut meiner Seele so gut. Und ich glaube, C. mag das auch.
Ich stecke also keineswegs in irgendeiner Sinnkrise darüber, ob ich nun wirklich nonbinär und trans bin oder nicht oder der Einfachheit halber nur eines von beidem. Das Gegenteil ist eher der Fall. Ich spüre deutlich, dass C.s Zutun mich klären könnte, also mein gemeinsamer Weg mit ihr, und es tut so gut, dass zu erahnen … und ich habe auch gar keine Befürchtungen, ihr wieder in real zu begegnen. Im Gegenteil. Ich freue mich darauf.
Ohne das Gefühl, dass irgendetwas sein muss. Ohne irgendeinen Zwang oder so, weil ich eben keinen Druck verspüre – weder von ihrer Seite aus, noch von mir selbst ausgehend. Es darf das sein, was eben zwischen uns irgendwann sein mag. Auch darüber zermartere ich mir nicht mein Hirn.
Aber ich habe heute viel über ihren sonstigen geistigen Input nachgedacht und werde dieser Tage auch noch einiges darüber nachlesen bzw. nachsinnieren und mich insgeheim darüber freuen, dass ich da gerade eine Jemanderine kennenlerne, die mich sehr bereichern kann. Ich meine so Dinge wie Lebensphilosophien, den Kreislauf aus Leben und Tot, Ernährungsgepflogenheiten, Naturwissen, gesellschaftspolitische Sichtweisen, Umweltpolitik, Gesundheit und noch so vieles mehr …. Ich finde das nämlich total spannend, mich mit ihr darüber auszutauschen. Denn ich glaube, wir ergänzen uns da recht gut beziehungsweise kann sie mir da noch sehr viel beibringen und mich erleuchten.
Und darüber freue ich mich sehr. … ^^
Ich bin in sie verliebt und genieße das sehr. 😊

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